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Liebe Leser*innen,  

vor einem Jahr gingen Bilder indischer Wanderarbeiter*innen durch die Presse, die durch den Corona-Lockdown von jedweder Versorgung abgeschnitten waren. Hunderttausende versuchten verzweifelt, in ihre Heimatdörfer zu gelangen. Doch für Indiens Tagelöhner*innen und die von ihnen abhängigen Familien gab es auch nach dem Ende der Einschränkungen kein Aufatmen.

Weil z.B. viele Bauprojekte gestoppt wurden, sind seit Corona die Beschäftigungsmöglichkeiten um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Die Migrant*innen, die nun doch wieder morgens an den informellen Marktplätzen für Zeitarbeiten (Mazdoor-Mandis) Arbeit suchen, kämpfen um immer weniger und immer schlechter bezahlte Jobs. Befragungen von Tagelöhnern in der Stadt Lucknow ergaben, dass es nun „normal“ ist, dass ein Bauarbeiter für noch weniger Rupien als zuvor schuftet, statt 21 Tagen im Monat nur noch 9 Tage Arbeit findet und eine sechsköpfige Familie in den Dörfern von 45 Euro im Monat überleben muss.  

Der Staat hat in diese Verschiebung der Verhandlungsmacht zu Gunsten der Arbeitgeber nicht eingegriffen. Im Gegenteil: In manchen Bundesstaaten haben 2020 die Regierungen begonnen, bestehende Gesetze zum Schutz von Arbeitnehmer*innenrechten sogar weiter aufzuweichen.

In diesen Trend fügt sich leider auch eine weitere Initiative, mit der sich die Zentralregierung im Herbst unbeliebt machte: Mit drei neuen Landwirtschaftsgesetzen treibt sie die Deregulierung des Agrarmarktes voran. Durch den Wegfall der staatlichen Kontrolle werden die Bäuer*innen künftig stärker dem Preisdruck großer Unternehmen ausgesetzt. Kein Wunder, dass seit Oktober Millionen indischer Farmer protestieren und durch ihre Ausdauer unterstreichen, dass für sie ihre ganze Existenz auf dem Spiel steht.
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Der lange Atem der indischen Bauern und Bäuerinnen

Seit sechs Monaten protestieren Indiens Bäuer*innen gegen ein Gesetzespaket, das u.a. eine Lockerung der staatlichen Preisgarantien für Agrarprodukte vorsieht. Sie fürchten eine Abhängigkeit von Agrarkonzernen und Supermarktketten. Mittlerweile schließen sich auch andere Menschen den Protesten an.   

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Die Unruhen, die den Senegal Anfang März erschütterten, wurden zwar durch die Verhaftung eines Oppositionspolitikers ausgelöst. Ihre Heftigkeit erklärt sich aber aus der sozialen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeit, die insbesondere die jungen Menschen zornig macht.

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Solidarität statt Angst - Für ein gutes Leben in Brasilien

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