Newsletter - Für bessere Smartphonedarstellung klicken Sie hier:
|
|
|
|
|
|
Liebe Leser:innen,
was können wir im Kleinen vor Ort tun, um die weltweite biologische Vielfalt zu erhalten? Diese Frage thematisiert der Internationale Tag der Biodiversität dieses Jahr unter dem Motto "lokales Handeln für globale Wirkung". Denn gerade in Zeiten der Klimakrise gewinnt Biodiversität zunehmend an Bedeutung. Traditionelles Saatgut, das sich an extreme Umweltbedingungen anpassen kann, ist ein wichtiger Baustein für die Landwirtschaft im Umgang mit der Klimakrise. So überstehen flut- und dürreresistente Samen Hitze, Trockenheit oder Starkregen.
Doch genau diese Vielfalt geht zunehmend verloren. In Indien, dem Ursprungsland des Reises, gab es früher bis zu 60.000 lokale Reissorten. Viele davon sind heute verschwunden oder werden kaum noch angebaut.
Gemeinschaftliche Saatgutbanken in Indien greifen dieses Wissen auf und machen es wieder frei zugänglich. Hier werden lokale Sorten gesammelt, bewahrt und geteilt. So entsteht ein lebendiges Sicherheitsnetz für die Landwirtschaft. Die Saatgutbanken sind dabei weit mehr als nur Lagerstätten. Sie sind soziale und ökologische Infrastrukturen. Sie stärken die Ernährungssicherheit, fördern die kleinbäuerliche Unabhängigkeit und bremsen den Verlust genetischer Vielfalt. Gleichzeitig bekämpfen sie den zunehmenden Einfluss großer Saatgutkonzerne und verteidigen traditionelles Wissen vor Biopiraterie und Monopolisierung.
|
|
|
Diese lokalen Ansätze sind kein Nischenkonzept, sondern zentral für widerstandsfähige Ernährungssysteme. Sie zeigen, dass die Antworten auf globale Herausforderungen bereits vor Ort existieren.
In unserem Newsletter stellen wir Ihnen die Projekte zweier unserer indischen Partner vor, die gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und angepasst an die Bedürfnisse vor Ort gemeinschaftliche Saatgutbanken aufbauen. Damit zeigen sie: Lokales Handeln entfaltet globale Wirkung.
Auch im brasilianischen Amazonasgebiet arbeiten unsere Partner der indigenen Gemeinschaft der Munduruku an lokalen Antworten auf globale Bedrohungen. Sie begegnen Landraub, Umweltzerstörung und dem Druck der Wirtschaftsinteressen mit dem Aufbau ihres eigenen Bildungs- und Kulturzentrums. Dieses stärkt ihre Sprache, ihr Wissen und ihre Selbstbestimmung. Anfang Juni kommen zwei Vertreter:innen der Munduruku zu Besuch zu uns nach Berlin und berichten über die Situation vor Ort.
Schauen Sie doch bei einer unserer kommenden Veranstaltungen vorbei! Wir und unsere Partner würden uns über den gemeinsamen Austausch freuen.
|
|
|
Mit solidarischen Grüßen
Ihr ASW-Newsletterteam
|
|
|
|
Munduruku-Vertreter:innen zu Gast in Berlin
|
|
|
|
Im Juni haben wir zwei Gäste der indigenen Gemeinschaft der Munduruku aus dem brasilianischen Amazonasregenwald zu Gast bei uns in Berlin. Luis Munduruku ist Teil der Koordination der indigenen Organisation Pariri und Rilcélia Munduruku ist Mitglied eines audiovisuellen Kollektivs von Munduruku-Frauen. Die beiden geben auf verschiedenen Veranstaltungen Einblicke in die aktuellen Probleme ihrer und vieler anderer indigener Gemeinschaften im Amazonasregenwald. Bei folgenden Veranstaltungen können Sie unsere Gäste antreffen:
Do. 4. Juni Glokaler Sommertag des BER So. 7. Juni Umweltfestival am Brandenburger Tor Di. 9. Juni „Katô: Dreams of Dark Earth“, Moviemento Kino Do. 11. Juni Artenvielfalt ist Leben. Widerständige Stimmen aus dem Amazonas, Botanischer Garten
Einfach vorbeikommen, zuhören, Neues erfahren und Fragen stellen. Wir freuen uns!
|
|
|
|
Hoffnung aus dem Saatgut: Kunda Dhan kehrt zurück
|
|
|
Im indigen geprägten Bezirk Rayagada in Indien unterstützt unser Partner NAWO Odisha 45 Bäuerinnen dabei, die fast komplett verschwundene Reissorte Kunda Dhan zurück auf die Felder zu bringen. Jahrzehntelang hatten Cash Crops wie Baumwolle, Tabak oder Eukalyptus die traditionelle Landwirtschaft verdrängt – mit ausgelaugten Böden, steigenden Kosten und wachsender Abhängigkeit von Hybrid-Saatgut.
Auf der Suche nach Auswegen entdeckten die Dorfgemeinschaften Kunda Dhan neu: Die klimaresiliente Sorte braucht kaum Wasser, kommt ohne chemische Dünger aus und sichert vielen Familien gerade in mageren Monaten die Ernährung.
Inzwischen wächst der traditionelle Reis wieder auf mehr als drei Hektar Land – und mit ihm die Hoffnung auf mehr Ernährungssouveränität, fruchtbare Böden und gemeinschaftliche Saatgutbanken.
|
|
|
|
Die Vision eines starken lokalen Saatgutnetzwerkes
|
|
|
„Die Sicherung des Saatguts ist der erste Schritt hin zu einer dauerhaften Selbstversorgung der Gemeinschaft“, beschreibt unser indischer Partner Centrereda den Zusammenhang zwischen Biodiversität und Ernährungssicherheit.
Gemeinsam mit lokalen Bäuer:innen baut Centrereda im südindischen Batlagundu Saatgutbanken für traditionelle Hirse-, Gemüse- und Hülsenfruchtsorten auf und stärkt damit den Zugang zu klimaresilientem, nährstoffreichem Saatgut. In Saatgut-Komitees entscheiden Frauen über Auswahl, Weiterzucht und Verteilung der Sorten und bilden sich gezielt in Saatgutproduktion und -zertifizierung weiter. Das Ziel unseres Partners: Die Gründung eines Sozialunternehmens für die Produktion und Vermarktung von lokalem Saatgut angepasst an die tatsächlichen Bedarfe der Landwirt:innen.
|
|
|
|
Wie kann ich die ASW unterstützen?
|
|
|
|
Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird:
|
|
|
Weltnachbarschaft leben - Für eine Welt, die zusammenhält!
Werden Sie Fördermitglied der ASW und unterstützen Sie uns mit Ihrem regelmäßigen Beitrag:
|
|
|
|
|
|